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PRESSEMITTEILUNG

Neue Ausgabe des CHRO Report 2026

Apr. 27, 2026

Das KI-Paradox: Europäische Unternehmen erkennen KI als Priorität an, doch nur 29% fühlen sich bereit

Lediglich 8% der Unternehmen messen konkret den wirtschaftlichen Nutzen ihrer KI-Investitionen. 67% der Organisationen waren bereits direkt von geopolitischen Faktoren betroffen.

Die von Chaberton Partners in Mailand und Genf vorgestellte Studie beleuchtet die Prioritäten, Spannungsfelder und Herausforderungen, die europäische Unternehmen derzeit neu prägen, auf Grundlage der Einschätzungen ihrer Personalverantwortlichen.

Mailand, 27 April 2026CHRO | The Orchestrator of the Adaptive Organisation, , gestern in Mailand nach einer wenige Tage zuvor in Genf stattgefundenen Vorpremiere vorgestellt, ist die neue Studie von Chaberton Partners, einer europäischen Executive-Search-Gesellschaft mit 14 Büros auf dem Kontinent.

Die Studie basiert auf mehr als einhundert qualitativen Interviews mit HR-Verantwortlichen mittelgroßer und großer Unternehmen, die in sechs europäischen Ländern tätig sind — Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien und der Schweiz — wobei 93% der Unternehmenszentralen in Europa angesiedelt sind. Die Untersuchung identifiziert drei zentrale Entwicklungslinien, die Rolle und Verantwortung der HR-Funktion neu definieren: die Kluft zwischen Anspruch und Realität bei der Einführung künstlicher Intelligenz; die wachsende Notwendigkeit, resiliente Organisationen aufzubauen, die kontinuierlichen Schocks standhalten können; und die Stärkung der Unternehmenskultur als strategischer Hebel in einem Umfeld, das zunehmend von multigenerationaler Zusammenarbeit geprägt ist.

Künstliche Intelligenz: große Ambitionen, geringe Messbarkeit 

KI wird branchenübergreifend als strategische Priorität anerkannt, dennoch bleibt die Distanz zwischen erklärten Absichten und konkreter Umsetzung erheblich. Nur 29% der Unternehmen halten sich für bereit, den Übergang zu KI-gestützten Arbeitsmodellen zu bewältigen, und lediglich 8% haben KPIs eingeführt, mit denen sich der wirtschaftliche Nutzen zuverlässig messen lässt. In HR-Funktionen, die über ein eigenes KI-Budget verfügen, liegt der durchschnittliche Anteil bei rund 15% der gesamten Ressourcen: ein Hinweis darauf, dass die Technologie noch eher als experimentelles Projekt, denn als struktureller Transformationshebel behandelt wird.

Was den Schritt zur Skalierung verhindert, sind nicht die finanziellen Ressourcen, sondern die Fragmentierung der Verantwortlichkeiten — häufig zwischen HR und IT geteilt oder umstritten — sowie der Mangel an internen Kompetenzen. Die HR-Prozesse, die am stärksten von der Technologie betroffen sind, sind Recruiting und Auswahl, Workforce Planning und Predictive Analytics sowie personalisierte Weiterbildung. Gleichzeitig nennen CHROs bzw. Personalverantwortliche die uneinheitliche Qualität der Daten, die Abhängigkeit von Legacy-Systemen und den kulturellen Widerstand gegen Veränderungen als zentrale Hindernisse.

"Es ist ein Paradox, das sich in vielen Organisationen wiederholt: KI wird als Priorität definiert, die Investitionskosten sind sofort sichtbar, während sich die Vorteile in konkreten Anwendungsfällen nur schwer messen lassen. Hinzu kommt häufig das Fehlen einer klaren Steuerung zwischen HR, IT und Business."

erklärt Christian Vasino, Gründer und CEO von Chaberton Partners. 

"Der eigentliche Wendepunkt ist erreicht, wenn Unternehmen von einer Logik des Experimentierens zu einem ergebnisorientierten Investitionsansatz übergehen."

Geopolitik und Resilienz: Diskontinuität ist zur Norm geworden

67% der befragten HR-Verantwortlichen geben an, dass ihr Unternehmen direkt von geopolitischen Faktoren betroffen war — Zölle und Handelsbarrieren, Spannungen auf asiatischen Märkten, Druck auf Lieferketten, Umsatzverluste in strategisch wichtigen Regionen — unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche. Diese Zahl zeigt, wie sehr die HR-Funktion heute im Zentrum weitreichender Entscheidungen steht: Workforce-Verlagerungen, schnelle Reorganisationen und die Sicherung der operativen Kontinuität.

In diesem Kontext sind Personalverantwortliche gefordert, Kompetenzen zu festigen, die bis vor wenigen Jahren noch anderen Funktionen vorbehalten waren: eine solide wirtschaftliche und finanzielle Kultur, die Fähigkeit, geopolitische Szenarien zu interpretieren, sowie Datenkompetenz, um schnellere und fundiertere Entscheidungen treffen zu können.

Kultur und Generationen: fünf Arbeitsalter, eine Organisation

Im kommenden Jahrzehnt werden zum ersten Mal in der Geschichte bis zu fünf Generationen — von den Baby Boomern bis zur Generation Alpha — gleichzeitig in denselben Organisationen arbeiten und dabei sehr unterschiedliche Werte, Erwartungen und Arbeitsstile einbringen. Der Umgang mit dieser Generationenvielfalt ist nicht länger nur eine Frage des Betriebsklimas: Er ist ein Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die Umgebungen schaffen können, in denen sich jede Generation anerkannt fühlt und zugleich ein gemeinsamer Zweck sowie gemeinsame Arbeitsweisen geteilt werden, bauen einen schwer replizierbaren Vorteil auf.

Neue Kompetenzen für neue Szenarien

Mit Blick auf die Investitionsprioritäten in der Weiterbildung verweisen CHROs auf eine doppelte Stoßrichtung. Einerseits besteht die Notwendigkeit, technische Kompetenzen — AI Literacy, Cybersecurity, Data Analytics — in der gesamten Belegschaft zu stärken. Andererseits werden menschliche Kompetenzen neu bewertet: kritisches Denken, emotionale Intelligenz und die Fähigkeit, in Umfeldern hoher Unsicherheit zu arbeiten. In einem Kontext, in dem technisches Wissen schnell an Wert verliert, wird die Fähigkeit zu lernen, sich anzupassen und zusammenzuarbeiten zur am schwersten ersetzbaren Kompetenz.

 

Über Chaberton Partners – Executive Search
Chaberton Partners ist eine führende Executive-Search- und Board-Advisory-Gesellschaft in Europa. Das Unternehmen wurde 2017 in Lugano gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Führungsprofile zu identifizieren, die Kundenunternehmen dabei unterstützen, in einem sich stetig wandelnden globalen Markt erfolgreich zu sein. Chaberton Partners ist bereits in sechs Ländern vertreten — Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien und der Schweiz — verfolgt ehrgeizige Pläne für weiteres Wachstum und verbindet die Standards eines internationalen Unternehmens mit dem maßgeschneiderten Ansatz einer Boutique. Die Gesellschaft ist in allen Marktsektoren tätig, von Konsumgütern über Finanz- und Professional Services bis hin zu Life Sciences, Industrie und Technologie.

Medienkontakte
Micol Scabbia
Group CMO, Chaberton Partners
+39 348 8873460  | micol.scabbia@chabertonpartners.com